| Bremer
Aufruf
Die anderen Linken räuspern sich
Bremer Aufruf für ein linkes Wahlbündnis
Wir, die UnterzeichnerInnen, stehen in einem unterschiedlichen
Näheverhältnis zum Parlamentarismus im Allgemeinen und
linken Parteien im Besonderen. Wir halten aber - lokal wie überregional
- die Zusammenarbeit von PDS und WASG anlässlich der Bundestagswahl
für wichtig. Sie würde eine Bündelung der politischen
Opposition anlässlich der vorgezogenen Bundestagswahlen bedeuten
und sollte nach unserer Überzeugung für die Zeit nach
den Wahlen die ernsthafte Prüfung eines dauerhaften Zusammengehens
beinhalten.
Wir respektieren die jeweiligen Probleme und Vorbehalte in beiden
Organisationen, denken aber, dass es Zeit ist, das (durchaus berechtigte)
Organisationsinteresse zugunsten einer Kooperation unter Linken
unterschiedlicher Geschichte zurückzustellen. Es geht nicht
darum, nun die gesamte Linke in eine Partei zu zwingen, wir gehen
davon aus, dass es weiter kraftvolle soziale Bewegungen und kritische
gesellschaftliche Organisationen geben muss.
Wir wünschen uns von den Mitgliedern beider Parteien,
- dass Ihr diese Chance zu mehr Einheit und zu einer kräftigen
Opposition im Bundestag samt ihren gesamten öffentlichen Auswirkungen
nicht ungenutzt verstreichen lasst,
- dass Ihr als parteiförmig organisierte Linke in Zusammenarbeit
mit anderen interessierten Linken Eurer Aufgabe nachkommt und nicht
vorrangig Eure Organisation pflegt,
- dass eine niveauvolle, von Respekt getragene inhaltliche Debatte
nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Spektren der Linken
stattfindet.
Wir wünschen uns von Euch ein Programm, das nicht
nur einen Minimalkonsens („gegen Sozialstaatsabbau und gegen
Neoliberalismus“) beinhaltet, sondern auch von anderen sozialen
Bewegungen als den Montagsdemos politische Impulse ernsthaft aufnimmt.
Finanzielle Umverteilung ist ein zentrales Moment von Gerechtigkeit.
Ein zukunftsfähiges linkes politisches Programm muss heute
aber auch eine weitergehende Demokratisierung beinhalten, die Differenzen
unter Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen akzeptiert
und für ihre Anerkennung eintritt.
Wir denken dabei genauso an Forderungen nach Teilhabe, wie sie in
der feministischen Bewegung propagiert werden, an Fragen von Antirassismus
und Migration, oder an Probleme internationaler Gerechtigkeit. Viele
von uns sind in diesen Themenfeldern seit langem politisch engagiert
und bereit, diese auch nach der Wahl zusammen mit Euch zu bearbeiten,
andere werden erst einmal den weiteren Verlauf mit Interesse oder
Sympathie beobachten.
Aufgrund unserer Erfahrungen mit Parteien und Parlament sind wir
weit davon entfernt, die Gestaltungsmöglichkeiten von Linken
darin zu überschätzen. Die parlamentarischen Möglichkeiten
hängen weitgehend davon ab, ob sich in der Gesellschaft politischer
Druck durch soziale Bewegungen entwickelt – dazu werden wir
beitragen, auch nach der Wahl.
Wir bitten um Unterstützung dieses
Aufrufes!
Bremen, den 20.06.2005
Die InitiatorInnen des Aufrufs:
• Jürgen Burger, Lehrer
• Christoph Engemann, Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Initiative
e.V., Psychologe
• Raimund Gaebelein, Landesvorsitzender VVN-BdA Bremen, Mitglied
des Stadtteilbeirats Gröpelingen
• Bernd Hüttner, Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Initiative
e.V., Gründer des Archivs der sozialen Bewegungen Bremen, Hausmann
und Politikwissenschaftler
• Andrea Kolling, BUKO-Kampagne Stoppt den Rüstungsexport,
Vorstand Bremische Stiftung Rüstungskonversion und Friedensforschung
• Ekkehard Lentz, Sprecher des Bremer Friedensforums
• Prof. Dr. Lothar Peter, Hochschullehrer Universität
Bremen
• Dr. Elka Pralle, Vorsitzende der masch bremen - forum für
politik und kultur e.V., Erziehungswissenschaftlerin
• Udo Schapals, Vertrauensmann ver.di - Amt für Soziale
Dienste Bremen
• Norbert Schepers, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Initiative
e.V., Politikwissenschaftler
• Prof. Dr. Susanne Schunter-Kleemann, Hochschullehrerin Hochschule
Bremen
• Dr. Christoph Spehr, Redakteur der Zeitschrift alaska, freier
Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung
• Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Hochschullehrer i.R. Universität
Bremen
Download:
Der Aufruf als PDF-Datei
[60 kb] - Stand vom 28.06.2005 (mit 40 UnterzeichnerInnen)
UnterzeichnerInnen:
Zur vollständigen Liste der UnterzeichnerInnen
Stand vom 06.07.2005, gesamt 61 UnterzeichnerInnen
Veröffentlichungen:
Dieser Aufruf wurde am 28.06.2005 mit 40 Unterschriften an die beiden
Parteien und ihre Mitglieder übergeben und anschließend
weiter veröffentlicht. In der Rubrik Presse
und Medien dokumentieren wir unsere Pressemitteilung vom 29.06.2005
sowie entsprechende Berichte. Diese Pressemitteilung steht auch
als PDF-Datei
[56 kb] zur Verfügung.
Unterzeichnen:
Weitere Unterzeichnungen für diesen Aufruf werden nicht mehr
gesammelt.
Kontakt:
Zur Kontaktaufnahme mit den InitiatorInnen
des Aufrufs.
Kommentare:
In dieser Rubrik wird eine Auswahl von
Reaktionen auf den Aufruf, von inhaltlichen Kommentaren und Ergänzungsvorschlägen
zu diesem Aufruf, vor allem mit Bezug auf die Programmatik eines
Linksbündnisses, veröffentlicht.
Die Linkspartei.
Kleine Linksammlung zur Information über die beiden Parteien
und ihnen nahestehende Organisationen.
Die Linkspartei.PDS, ehem. Partei des Demokratischen
Sozialismus
Bremen • Bundesweit
WASG - Partei Arbeit & Soziale Gerechtigkeit –
Die Wahlalternative
Bremen
• Bundesweit
Die Gründungsinitiative zur Partei WASG:
Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit e.V.
Bremen • Bundesweit
PDS-naher Jugendverband:
['solid] – die sozialistische jugend
Bremen • Bundesweit
Demokratisch-sozialistische politische Bildung:
Rosa-Luxemburg-Initiative, Bremen
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bundesweit
Europäische Linkspartei: EL
- Party of the European Left
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- Stand: 01.09.2005 |